Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.

Albert Schweitzer

Sonntag, 9. März 2014

Sunday blues

The touch of the new day. Sun is shining. Blue sky. Listening to old-known russian singer, words about cigarettes, missing, love, desillusion. Wanna start from Zero. Feelíng as completely another person. Just breathing. Touching. Loving. Being happy.

Instead. Missing. Hating yourself. Restless. Wanna cry. Wanna hurt yourself. Wanna flee.

Instead. Just sitting here. And doing nothing. Just thinking. Think about things you have to do today... some household, learning, and hope the next day will be better. Someday.

Freitag, 21. Februar 2014

Blickwinkel

Du hälst inne. Mit 8 Jahren willst du Dolmetscherin werden. Du weißt, dass du mit deiner Familie bald in den Zug steigen und in ein fremdes, tolles Land fahren wirst. Auch wenn du es dir gar nicht vorstellen kannst, wie es werden wird. Und was ist mit all deinen Freunden? Und deiner Familie? Aber noch ist ja Zeit. Du weißt genau, was du willst und gern hast. Du magst Milcheis im Waffelbecher, Konfekt und Bratkartoffeln von Oma. Du bist in den Nachbarsjungen verliebt. Und spielst liebend gern mit deinen Barbie-Puppen. Du hasst es aber, länger als eine Woche auf dem Dorf zu sein. Denn da wird es dir schnell langweilig, denn jeden Tag angeln und Unkraut jähten ist einfach nicht deins. Dann vermisst du deine Freundinnen. Und vor allem deine Mama. Auch wenn du weißt, Zuhause gibt es nur Streit. Aber es ist dein Zuhause. Und du weißt, wo du hingehörst.

Zeitsprung.

Du bist 25. Du lebst nach wie vor in diesem tollen Land, in welches der Zug dich vor über 13 Jahren gebracht hat. Es ist nicht mehr ein unbekanntes Land. Es ist dein Zuhause. Du hast wundervolle Freunde. Von den Menschen, die dich damals begleitet haben, hörst du nicht mehr oft was. Das Leben hat euch voneinander entfernt, auch geografisch. Kaum noch jemand erkennt, dass du woanders herkommst, wenn du sprichst. Erst bei deinem Namen werden die Menschen manchmal stutzig und oft dann auch ein bisschen verwirrt. Weil du so gut Deutsch sprichst. Das ist irgendwie lieb und komisch zugleich. Das ist doch nichts Besonderes, denkst du dir.
Du studierst und arbeitest. Manchmal fragst du dich, ob das Zeit-Aufwand-Verhältnis gerade stimmt.
Nie hättest du gedacht, dass du einmal so unsicher sein könntest. Was dich angeht. Was deine Pläne und Wünsche angeht. Selbst deine jahrelang als feste Mauern geltenden Ansichten und Vorstellungen vom Leben, fangen an zu bröckeln. Du kannst es nicht aufhalten.
Irgendwas tut sich gerade. Es macht dir Angst, aber du hoffst auch, dass es dir die Augen öffnet. Vielleicht erkennst du dann bald, was dich tatsächlich ausmacht. Wer du bist. Wo du hin willst. Und warum.
Solange klingelt der Wecker 2-3 Mal die Woche um 5 Uhr. An anderen Tagen versuchst du dich zum Lernen zu Überwinden, triffst dich mit Freunden, träumst von einem anderen Leben und planst deine nächste Reise. Vielleicht wird es diese Reise sein, die dich deiner Selbst einen Schritt näher bringt. Und solange irrst du ein bisschen ziellos umher, in einem Leben, das strukturiert und geplant und wundervoll nach außen scheint. Ein Leben, dass du dir selbst genauso gewünscht und aufgebaut hast. Und merkst, dass es nicht dein Leben ist.

On the run

You are alone at your flat. You've just changed some furniture in your room. You feel like home, finally. Sometimes. Mostly it's chaotic. But it's okay. It's far away from perfect or how you wish it to be. But... what do you wish? Is there something in your head called 'home'? Or ist it just an illusion? Why ist it so important to humans to feel like being home? And what is wrong with all this nomades, backpackers, employees on all their business trips? Most of us are searching. For something. For somebody. Sometimes it seems like we don't wanna find something at all.
You are just back 'home' since few months, but you already plan to start the next trip. UK, Australia, somewhere in Asia or South America? Does it matter? Not really. The most important is: just be on the road. Never arrive. Why? 'Cause you don't know where you want to arrive. And what to expect.
When people ask, you just say something like it is fun and exciting to meet new people and learn more about foreign countries on your own, not just from google maps. But inside of you, it is much more. It is like a drug. You go on a 'trip'. Yes. It's actually the same. You flee from everything what's going wrong or just does not happen. You flee from yourself.
But on the otherside you try to make it as wonderful as possible at your place. You have so many wishes and ideas. And you try to make them real. Sometimes it really works. Sometimes it feels like family. And than you remember your other family. What went wrong? When did it went wrong? Why?
Always (I really mean always) when you feel free and happy, something not comfortable happens in your life. It's just like in this one cartoon, when 'life' gives you a cookie and just few seconds later it kicks you in your knees and takes the cookie away. Thaaaank you, f***ing bitch.
So you are not happy, when something positive happens. You start to fear 'good', just before it happens. Welcome to real life, princess.
Than you remember. The first twenty years were... well... not that exciting up to disgusting. All because people who you were trusting the most didn't care. Well, they cared about that you had enough to eat and warm stuff in winter. And sometimes also other nice things (remember all your dolls..). But nobody ever cared about your emotional inner world. Not after your lovely granny died or the premeditated fire on the floor of your house or sexual harassment by a parents' colleague when you were four or five. Or when they argued and threatened each other with the knife. Because your dad was drunk. As so often. And you were crying. They knew it's wrong what happened, but never asked you, how you feel. You still feel guilty. And want to flee. From yourself.
And yes. You still try to beliefe. That you just have to stand up one more time than this bitch can kick you. And sometimes you know, that you will win (of course, someday you're dead... oookay...)

Wege

Es gibt Dinge, die jegliches Gefühl für Raum und Zeit zum Stehen bringen. Es können Abende mit Menschen sein, bei denen man das Gefühl hat, einfach Selbst sein zu können. Manchmal sind es auch Gerüche, Geräusche oder Melodien. Auch eine bestimmte Art, wie der Wind die Haut umspielt. Und dann gibt es Orte, an denen man noch nie vorher war. Wo man die Menschen kaum versteht. Und keine Ahnung hat, wo etwas ist und wohin man geht. Doch wenn man da ankommt, braucht es keine Karte. Es fühlt sich vertraut an. Wie ein innerer Kompass. Einfach richtig. Entgegen jeder Logik oder sonstiger Vorlieben. Man liebt Metropolen, aber auch endlose Landschaften. Und dann gibt es da diese eine "Gerade-so"-Großstadt, die sich in Windeseile ins Herz kämpft.
… und dann sind da die Orte, an denen man aufgewachsen ist, und wenn man heute da steht und mittendrin zwischen all den Menschen und Häusern, nicht mehr fühlt, als das, was ein Wanderer in der Fremde fühlen würde. Man kennt das Haus um die Ecke und weiß, dass früher zwei Straßen weiter ein Kiosk war. Oder eine Schule. Ein bestimmtes Haus...
Wohin wir gehen. Wer wir sind. Was wir tun und lieben. Das bestimmt nicht der Ort, wo wir herkommen. Das ist die Summe der Lebenswege, der Menschen, denen man begegnet, der Gefühle, die in einem entfacht werden. Der Stürze, Siege und manchmal einfach nur ein schwacher Windhauch...

[Mitte Oktober 2013]

unTitlEd 0.1

Manchmal steht man sich selbst im Weg. Und man weiß es auch. Aber schwieriger als jedes andere Hindernis, ist es, sich selbst aus dem Weg zu räumen... Spaß beiseite... man kennt das Problem, oder glaubt es zu kennen, vielleicht ahnt man es auch nur, aber findet keinen Weg daraus. Man versucht alles Mögliche und scheitert. Scheitern ist menschlich. Scheitern ist ok. Sagt man. Aber es fühlt sich nicht ok an. Und dann fühlen sich die Augen mit Tränen, wenn der Raum voll mit Menschen ist. Es drückt so stark, dass es einen beinahe zerreißt. Und dann flieht man in eine ruhige Ecke, um es bloß nicht vor anderen rauszulassen. Und außer 2-3 Tränen kommt nichts raus. Und dann fühlt man sich noch unfähiger. Nicht mal die eigenen Tränen im Griff zu haben. Als ob auch sie sich gegen einen verschworen hätten. Emotionen sind unbeständig. Und kaum jemand hat sie unter Kontrolle. Aber während andere lachen, wenn es ihnen gut geht und weinen, wenn es ihnen schlecht geht... lacht man selbst, wenn einem schlecht ist und kann nicht mal weinen, außer es geht nicht mehr. Und wenn, dann passiert es wie immer wegen einer Kleinigkeit, die das berühmte Faß zum Überlaufen bringt. Dabei ist alles in Ordnung. Man hat wundervolle Freunde, unternimmt viel, erfühlt sich einen Traum nach dem anderen, nach und nach kommt alles an seinen Platz, eins nach dem anderen setzt sich das Puzzle zusammen. Glaubt man. Bis man merkt, dass die Leere immer größer wird. Oder einfach nur sichtbar? Je mehr man rastlos herumirrt und nach Action sucht, umso mehr fällt man in dieses Loch, dass einen danach jedes Mal Zuhause erwartet. Unerträgliche Stille im Herzen. Die einfache Frage „Wir geht’s?“ wird immer schwerer zu beantworten. Und je ehrlicher man antworten würde, desto länger würde diese Antwort ausfallen müssen. Drumherum ist es wundervoll. Dinge, die man nie zuvor für möglich gehalten hätte, werden plötzlich Realität. Und trotzdem sitzt innen drin immer noch das kleine traurige Kind und sucht nach der Umarmung, die ihm verwehrt geblieben ist...

[5. Oktober 2013]

Das erste Mal... wählen

[Dieser Beitrag ist entstanden am Sonntag der Bundestagswahl 2013]


[Wer nichts mehr über Wahlen hören/lesen/sehen will, bitte jetzt oben rechts auf das Kreuz gehen und den Rechner herunterfahren] Gerade das allererste Mal wählen gewesen. Für die meisten von euch wird es nichts Besonderes sein, für mich hatte das gerade etwas sehr Spannendes und ein Gefühl von Angekommen-Sein. Es ist auch aufregend das erste Mal einen deutschen Ausweis in der Hand zu halten. Hinter mir waren 2 junge Männer, wohl wie ich mit Migrationshintergrund, und der eine meinte zum anderen mit einem leichten Schwung Ghetto-Slang mit drin: "Ich muss nicht wählen, weißt du. Aber ich kann. Das ist ja das Gute dran." Es muss niemand wählen gehen. Ihr habt die Freiheit. Und die Wähler sorgen auch dafür, dass ihr diese weiterhin habt. Ich hätte vor 3 Monaten nicht gedacht, dass mich das Thema so beschäftigen würde. Aber da durfte ich auch noch nicht. Ich war trotzdem vorher schon gesellschaftlich aktiv, auf anderen Ebenen. Ich bin längst in diesem Land angekommen. Und ich komme aus einem Land, in dem die zusammengezählten Stimmen nach der Wahl 110 % ergeben. Hoffentlich passiert uns das hier heute Abend nicht ;-) Habt einen schönen Sonntag :-)